Mehr als die Summe ihrer Leidenschaften

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Giulia - oh Giulia - heißt der neueste Wurf von Alfa Romeo. Ein Anknüpfen, eine Reminiszenz, eine Ehrerbietung vor dem großen Erfolg des Urmodells der Giulia, das zwischen 1962 und 1978 in zahlreichen Varianten verkauft wurde. Fahrzeuge wie die Giulia trugen seinerzeit zum Erfolg der Marke bei, der nie nur auf nackten Leistungszahlen und Rennsporttriumpfen beruhte, sondern bei der statt Benzin und Öl Herzblut durch die Motoren floss. Einen Alfa Romeo beschreiben, ohne die Worte “Emotion” und “Leidenschaft” zu benutzen? Echte Auto-Nerds erinnern sich, wie James May, damals Co-Moderator bei Top-Gear, einen Alfa 159 testete und dabei versuchte das Wesen des Wagens ohne die alfa-typischen Attribute zu beschreiben - vergeblich.

Eine würdige Nachfolgerin

Es heißt: Ein richtiger Autoliebhaber muss mindestens einen Alfa Romeo besessen haben. Sollte man also zur neuen Giulia greifen, um seine Pflicht zu erfüllen? In jedem Fall ist sie mehr als die italienische Version des ewigen Helden BMW 3er. Wer aber einen Alfa bloß an den deutschen Musterknaben messen will, hat die Seele des Wagens nicht verstanden. Die Antwort lautet unumwunden: Ja. Ein echter Alfisti kümmert sich wenig um vermeintliche Zehntel oder Fitzeligkeiten, die einen Alfa von den selbsternannten Klassenbesten trennen. 2016 wurde die Giulia von den “Auto-Motor-Sport”-Lesern zum schönsten Auto des Jahres gewählt – ein gutes Omen zum Marktstart.
Ab 33.100 € gibt es den kleinen Diesel, wer mehr investiert, erntet mehr Fahrspaß. Besonders die Veloce-Versionen mit Allradantrieb versprechen forciertes Vergnügen. Seit Mitte 2016 ist die Giulia auf dem Markt, die ersten jungen Gebrauchten tauchen bald bei Premium-Gebrauchtwagenhändlern wie AutoHero.com auf. Bei wem sich Alfa-Leidenschaft und ein pralles Konto zusammenfinden, dem steht auch die Quadrifoglio-Version als 510-PS Dampfhammer zur Auswahl.

Aus der Vergangenheit in die Zukunft

Bei der neuen Giulia hat Alfa bisher alles richtig gemacht, neben einer gehörigen Portion “emozione e passione” steht da ein solider Mittelklassewagen. Schön sind sie alle, die Alfas, wenigstens in der Retrospektive. Auch der Vorgänger 159 hatte alles, um Ästheten zu betören. Wünschen wir der Giulia, dass sie auch in puncto Langzeitqualität einen Entwicklungsschritt nach vorn getan hat.